Das Weizer Mulbratl

Das Mulbratl hat in einem kleinen Gebiet um Weiz in der Oststeiermark Tradition. Die Bauern dort verarbeiten das Karree ausschließlich vom -Schwein. Es wird in Beize gedreht und drei Wochen so ruhen gelassen. Die Beize besteht neben anderen Gewürzen aus heimischen Wacholderbeeren und Knoblauch. Wobei auf jeden Bauernhof traditionell bedingt kleine Unterschiede in der Beize-Zusammensetzung entstanden. Danach wird das Karree eine Woche lang kühl über Buchenholz geselcht. Eine Nachreifung von sechs bis acht Wochen erzielt einen vollendeten Geschmack und die Mürbe des Fleisches. Genossen wird das Mulbratl hauchdünn geschnitten mit steirischem Kren und Bauernbrot, natürlich mit den Fingern gegessen.

Der Name Mulbratl lässt sich einerseits von Mulbinde, mürbe, mülbe ableiten, was so viel wie locker, weich, aber auch mürbe bedeutet. Andererseits steht Bratl auch in vielen anderen Regionen für Fleisch, Schweinefleisch. In der Oststeiermark hat es auch die Bedeutung von besonders mageren und zartem Fleisch.

Heute wird das Mulbratl von über 20 Bauern um Weiz direkt vermarktet und alljährlich findet ein Zusammentreffen in Weiz statt, wo die Köstlichkeiten verkostet werden. Das "Mulbratlfest" hat schon in der ganzen Steiermark seinen Ruf und lässt Tausende in die kleine Stadt östlich von Graz kommen.

Die Anfänge des Bratls

Die Trilogie von Mulbratl, Destillationen und Qualitätsweinen der Steiermark versichern eine Zusammenkunft zwischen Stadt und Land, Bauern und Konsumenten beim alljährlichen Mulbratlfest (letzter Samstag im August).

Der große Erfolg schon nach dem ersten Weizer Mulbratlfest lag vor allem in einem gelungen geschaffenen Ambiente im Zentrum von Weiz mit bäuerlicher Dekoration und dem gesellschaftlichen Zusammensein von Menschen aus der Stadt und vom Land. Der Genuss von qualitativ hochwertigen bäuerlichen Produkten (natürlich besonders des Weines und Schnapses) steigerte die Offenheit und Unterhaltsamkeit der Menschen wesentlich und damit konnten Bindungen und Verständnisse wieder aufgebaut werden. Das Fest beginnt schon am Nachmittag und dauert bis in die frühen Morgenstunden, wodurch nahezu alle Altersgruppen je nach Tageszeit wechselnd vertreten sind.

Das Mulbratl heute und in der Zukunft

Weiz sieht im Mulbratl ein Markenzeichen für die Region. Ziele waren auch, das Produkt in Supermarktketten oder ähnlichen Vermarktungsschienen Österreich weit abzusetzen. Dazu gibt es noch zu große Produktionsschwierigkeiten, es wären zum Beispiel eine Lufttrocknungsanlage notwendig oder kontinuierliche Qualität müsste erzeugt werden.

Im Rahmen der Landesausstellung 2001 in Weiz wird das Mulbratl zum kulturellen Wahrzeichen der Region und bewirbt somit die Oststeiermark. Darin wird auch die Zukunft für die Bauern um Weiz und ihrem Mulbratl gesehen. Von den Bauern ist jedoch eine Bewahrung der kleinen Strukturen und damit ihrer Einzigartigkeit in den vielfältigen Geschmäckern ihrer Produkte eher bestrebenswert und vorerst wird das Forcieren des regionalen Absatzes als primäres Ziel angestrebt.